Mehr Stauraum in kleinen Wohnungen selbst bauen: Welche Projekte lohnen sich wirklich (mit Kosten- und Zeitplan)?

Platzsparende Möbel mit Doppelfunktion: Hochbett mit Stauraum, Klapptisch, Rollcontainer und robuste Beschläge (inkl. Zeit- und Kostenkalkulation)

Doppelfunktionsmöbel bündeln mehrere Nutzungen in einem Bauteil und reduzieren damit Stellfläche, Laufwege und visuelles Chaos. In kleinen Wohnungen entscheidet weniger die reine Quadratmeterzahl als die Kombination aus Zugriff, Tragfähigkeit und sauberer Kraftableitung in Wand, Boden und Beschläge. Bei den folgenden Bauideen stehen robuste, gut beschaffbare Komponenten im Vordergrund: standardisierte Scharniere, Auszüge, Rollen und Verbindungsmittel, die auch nach häufigem Klappen und Ziehen spielfrei bleiben.

Hochbett mit integriertem Stauraum: Konstruktion, Lasten, Sicherheit

Ein Hochbett schafft Grundfläche für Schreibtisch, Garderobe oder Regale und kann gleichzeitig Stauraum in Form von Schubladen, Klappen oder einem „Sockelkorpus“ aufnehmen. Für Erwachsene gelten als praxisnahe Richtwerte: Bettmaß 90×200 cm oder 140×200 cm, lichte Höhe unter der Liegefläche 140–160 cm (abhängig von Deckenhöhe), Geländerhöhe mindestens 30–35 cm über Matratzenoberkante. Der tragende Rahmen sollte auf vier Beinen stehen oder als zwei seitliche Wangen ausgeführt werden; zusätzliche Wandankerpunkte erhöhen die Aussteifung gegen Schwingen.

Stauraum lässt sich am stabilsten in einen umlaufenden Unterbau integrieren: Ein Korpus aus 18 mm Multiplex oder 19 mm Möbelbauplatte verbindet die Beine, nimmt Auszüge auf und wirkt als Schubfeld. Bei Schubladen unter einem Hochbett sind Vollauszüge mit hoher Traglast sinnvoll, weil die Schubladen tiefer ausfallen und häufig voll beladen werden. Bei Klappenfronten im Sockel sind Klappenhalter mit Dämpfung und definierter Endlage die sicherere Wahl als einfache Scharniere, da sie Finger einklemmen und unkontrolliertes Herabfallen reduzieren.

  • Holzquerschnitte (praxisnah): Rahmenriegel aus KVH 60×80 mm oder 40×80 mm (bei 90 cm Breite), Auflagerleisten für Lattenrost aus 30×50 mm, Korpuswände aus 18 mm Multiplex/Möbelbauplatte.
  • Aussteifung: Mindestens eine diagonale Aussteifung pro Längsseite (z. B. Stahlband) oder geschlossene Korpusflächen; Wandbefestigung mit Schwerlastwinkeln und geeigneten Dübeln, z. B. 8×60 mm bei Vollziegel, bei Gipskarton nur mit zugelassenen Hohlraumankern und Lastnachweis des Untergrunds.
  • Verbindungen: Holz-Holz tragend bevorzugt mit Schlossschrauben M8 plus Unterlegscheiben oder mit Bettbeschlägen; reine Spanplattenschrauben als Haupttragmittel vermeiden, da sie bei Querlast ausreißen können.
  • Absturz- und Kippgefahr: Geländer durchgehend, Leiter mit rutschhemmenden Tritten; Schubladen im Sockel mit Auszugssperre oder bewusster Schwerpunktplanung, damit nicht mehrere große Schubladen gleichzeitig als „Tritt“ herausgezogen werden.

Klapptisch an Wand oder Bettkorpus: Beschläge, Ebenheit, Kabelführung

Ein Klapptisch funktioniert zuverlässig, wenn die Last in der geöffneten Position nicht am Scharnier „hängt“, sondern über Konsolen oder Klappwinkel in die Wand abgetragen wird. Bewährt sind arretierende Klappkonsolen aus Stahl mit definierter Entriegelung; sie halten die Platte in der Waage und begrenzen Durchbiegung. Für eine dauerhafte, plane Auflage ist eine torsionssteife Platte entscheidend (z. B. 27 mm Küchenarbeitsplatte oder 18 mm Multiplex mit umlaufender Kante). Bei Montage am Hochbettkorpus kann die Tragstruktur direkt in die Seitenwand geschraubt werden; bei Wandmontage muss die Befestigung zum Untergrund passen.

Praktisch ist eine verdeckte Kabelführung: Eine 20–30 mm Kabeldurchführung in der Tischplatte plus eine schmale Kabelrinne unter der Platte verhindert, dass Leitungen beim Einklappen geknickt werden. Damit die Platte in der Senkrechten nicht klappert, helfen Magnet-Schnäpper oder ein kleiner Riegel. Kanten sollten gerundet werden (mindestens 2 mm Radius), weil Klapptische oft im Durchgangsbereich liegen.

Rollcontainer als mobiles Stauraummodul: Maße, Auszüge, Rollen

Rollcontainer sind besonders wirksam, wenn sie exakt unter Tisch oder Bett passen: 5–10 mm Luft pro Seite reichen, damit nichts schleift. Für Teppich eignen sich größere, weichere Rollen; auf Hartboden reduziert ein Gummilaufring Vibrationen. Bei Schubladen sind Teilauszüge die günstigere Variante, Vollauszüge erhöhen jedoch den Zugriff erheblich. Die Steifigkeit des Korpus steigt, wenn eine Rückwand (mindestens 8–10 mm) umlaufend in eine Nut oder Falz gesetzt wird; eine nur aufgenagelte dünne Hartfaserplatte verwindet schneller.

  • Rollenwahl: Mindestens zwei Lenkrollen mit Feststeller, z. B. Ø 50–75 mm; Tragfähigkeit pro Rolle so wählen, dass die Summe deutlich über dem Maximalgewicht liegt.
  • Schubladenauszüge: Für schwere Inhalte kugelgelagerte Vollauszüge 45 mm (typisch 30–45 kg Klasse) einplanen; seitliches Spiel beim Zuschnitt berücksichtigen (Herstellermaß, häufig ca. 12,5 mm je Seite).
  • Griffe und Fronten: Versenkte Muschelgriffe oder Griffleisten vermeiden Hängenbleiben; Frontfugen von 2 mm erleichtern Ausrichtung und verhindern Klemmen bei Quellen des Materials.

Robuste Beschläge und Verbindungsmittel: Auswahlkriterien und typische Fehler

Beschläge entscheiden über Alltagstauglichkeit. Bei klappenden und ausziehenden Teilen wirken wechselnde Lasten; minderwertige Scharniere leiern aus, dünne Winkel verbiegen, zu kurze Schrauben reißen aus. Für hohe Wechselbeanspruchung sind Metallbeschläge mit definierten Traglastangaben sinnvoll. Holzschrauben sollten ausreichend Einbindetiefe haben (Faustregel: mindestens 4–5× Schraubendurchmesser im tragenden Bauteil) und in Randnähe vorgebohrt werden, um Spalten zu vermeiden. In Spanplatten sind Einschlagmuttern oder Rampamuffen oft stabiler als wiederholtes Ein- und Ausschrauben in das Material.

  • Klapptisch-Konsolen: Arretierende Klappkonsolen aus Stahl, Befestigung mit 6–8 mm Schrauben/Dübeln passend zum Untergrund; bei großen Platten zusätzliches durchgehendes Klavierband-Scharnier statt einzelner Scharniere.
  • Bettverbindungen: Bettbeschläge oder Schlossschrauben M8 mit Unterlegscheiben; bei demontierbaren Konstruktionen Gewindeeinsätze M8 (z. B. Rampamuffen) in den Pfosten, damit die Verbindung wiederholbar bleibt.
  • Auszüge und Dämpfung: Kugelgelagerte Auszüge, bei Klappen Gasdruckdämpfer oder Klappenhalter mit Dämpfung; Soft-Close reduziert Anschlagkräfte und schont Schraubpunkte.
  • Oberflächen/Schutz: Filzgleiter an Anschlagpunkten, Kantenschutz an stark beanspruchten Kanten; bei Multiplex Kantenversiegelung (Lack/Öl) gegen Feuchteaufnahme.

Zeit- und Kostenkalkulation: realistische Spannen für drei Module

Die Kalkulation hängt stark von Holzart, Plattenqualität, Beschlagklasse und vorhandenen Maschinen ab. Die folgenden Spannen beziehen sich auf Zuschnitt nach Plan (Baumarkt oder Schreinerei), Montage im Innenraum, Standardmaße (Hochbett 90×200 cm, Klapptisch ca. 80×50 cm, Rollcontainer ca. 40×50×60 cm). Zusätzliche Kosten entstehen häufig durch Wandbefestigungsmaterial, Lack/Öl und Nachkäufe bei falsch gewählten Schraubenlängen.

Projekt Material (typisch) Kosten (Spanne) Zeitaufwand (Spanne)
Hochbett mit Sockel-Stauraum KVH/Multiplex, Bettbeschläge/Schlossschrauben, Vollauszüge, Winkel, Dübel 500–1.200 € 12–24 Std.
Klapptisch (Wand oder Korpus) Arbeitsplatte/Multiplex, Klappkonsolen, Scharnierband, Riegel/Magnet 80–250 € 2–5 Std.
Rollcontainer Möbelbauplatte/Multiplex, Auszüge, Rollen, Griffe, Rückwand 120–350 € 4–8 Std.

Für verlässliche Ergebnisse lohnt eine kurze Vorabplanung: Exakte Innenmaße (inklusive Sockelleisten, Heizkörperabständen, Türschwenkbereichen), ein konsequenter Zuschnittplan mit Kantenbelegung sowie eine Reihenfolge, die Nacharbeit minimiert. Bei Doppelfunktionsmöbeln zeigt sich die Qualität meist nicht an der Optik, sondern an spielfreien Beschlägen, sauberer Aussteifung und der Fähigkeit, Lasten ohne Knarzen und Wandern aufzunehmen.

In kleinen Wohnungen entsteht Platzmangel selten durch „zu viele Dinge“, sondern durch fehlende, passend dimensionierte Aufbewahrung. Standardmöbel nutzen Nischen, Wandflächen und Höhen oft schlecht aus, kollidieren mit Türen, Heizkörpern oder Fensterbänken und lassen wertvolle Kubikmeter ungenutzt. Dazu kommen typische Rahmenbedingungen im Bestand: schiefe Wände, Altbauleisten, geringe Tragfähigkeit einzelner Wände oder Mietrechtsthemen bei Bohrungen. Wer Stauraum selbst baut, kann Maße, Traglast, Zugriff und Optik so auslegen, dass Wege frei bleiben und Gegenstände dort lagern, wo sie gebraucht werden. Gleichzeitig entscheidet die Bauweise darüber, ob ein Möbel wackelt, sich verzieht, zu laut rollt, zu schwer wird oder nach kurzer Zeit ausbricht. Leserinnen und Leser stehen deshalb meist vor einer konkreten Frage: Welche Stauraum-Projekte bringen spürbar mehr nutzbaren Platz, ohne den Raum zu überladen, und wie lassen sich diese Lösungen mit realistischen Materialkosten, Werkzeugen und einer sauberen Ausführung umsetzen?

Planung vor dem Zuschnitt: Raum aufnehmen, Stauraumbedarf definieren, Traglasten und Mietbedingungen prüfen

Bei Stauraumprojekten in kleinen Wohnungen entscheidet die Planung über Passgenauigkeit, Alltagstauglichkeit und Zulässigkeit. Vor dem ersten Zuschnitt sollten Maße, Nutzung und Lasten so erfasst werden, dass später weder Türen blockieren noch Leitungen angebohrt werden. Ebenso relevant sind mietrechtliche Grenzen: Viele Lösungen sind möglich, ohne die Bausubstanz zu verändern, erfordern aber saubere Absprachen, wenn Bohrungen, Dübel oder tragende Bauteile betroffen sind.

Raumaufnahme: Maße, Ebenheiten und Störstellen systematisch erfassen

Für Regale, Raumteiler oder Unterbettkommoden reichen nominelle Raummaße selten aus. Wände laufen oft nicht exakt parallel, Sockelleisten tragen auf, Böden haben Gefälle, und Heizkörpernischen oder Schalterdosen begrenzen die Tiefe. Sinnvoll ist ein Messprotokoll mit mehreren Messpunkten je Strecke: Breite oben und unten, Tiefe links und rechts, dazu diagonale Kontrollmaße. Bei Einbauten zwischen zwei Wänden verhindert diese Methode, dass ein Bauteil nur an einer Stelle passt und sonst klemmt.

Zusätzlich sollten Bewegungsräume erfasst werden: Türflügelradien, Schubladenauszüge, Fensteröffnungen, Laufwege. Bei Hochbetten und erhöhten Podesten sind Deckenhöhe und Leuchtenpositionen kritisch. Auch die Lage von Heizungsrohren, Wasserleitungen und Elektrokabeln gehört ins Raster; bei Unsicherheit helfen Leitungssuchgeräte, wobei deren Anzeigen je nach Wandaufbau zu plausibilisieren sind. Wo Bohrungen unvermeidlich sind, sollten Bohrtiefe und Dübellänge zur Wandstärke passen, um Durchbrüche zu vermeiden.

  • Messpunkte festlegen: Je Wandstrecke mindestens drei Werte notieren (z. B. 10 cm über Boden, auf Griffhöhe, 10 cm unter Decke) und Engstellen markieren (Heizkörper, Fensterbank, Vorsprünge).
  • Ebenheit prüfen: Mit Wasserwaage oder Richtlatte Boden- und Wandabweichungen erfassen; bei Unterbettkommoden zusätzlich den freien Höhenraum unter dem Bettrahmen an mehreren Stellen messen.
  • Bewegungsradien dokumentieren: Öffnungsbereiche von Türen/Fenstern sowie Auszüge als Mindestfreiräume festhalten; bei Schiebetüren die Überlappung und Griffposition einplanen.
  • Installationen absichern: Vor Bohrpunkten Leitungen suchen und Positionen auf dem Plan eintragen; bei Dübellöchern Bohrtiefe begrenzen (z. B. mit Klebebandmarkierung am Bohrer).

Stauraumbedarf definieren: Inventar, Zugriffshäufigkeit und Modulmaße

Stauraum wird oft nach Volumen geplant, tatsächlich zählt die passende Geometrie: Schuhe benötigen andere lichte Höhen als Aktenordner, Bettwäsche braucht Tiefe, Werkzeuge profitieren von flachen Auszügen. Bewährt hat sich eine Inventarliste nach Kategorien, ergänzt um Abmessungen typischer Gegenstände und die Zugriffshäufigkeit. Häufig genutztes gehört in Greifhöhe und in leichtgängige Auszüge; Saisonales kann in höhere Fächer, unter das Bett oder in geschlossene Module, die seltener geöffnet werden.

Für flexible Lösungen eignen sich Modulraster: Innenmaße werden aus gängigen Boxformaten oder Ordnerhöhen abgeleitet, statt umgekehrt. Gleichzeitig sollte das geplante Material berücksichtigt werden: Plattenstärken, Kantenaufdopplungen, Schubkastenführungen und Rückwände verändern das Innenmaß. Bei Unterbettkommoden entscheidet außerdem die Rollenbauhöhe über die nutzbare Innenhöhe; bei Wandregalen begrenzen Konsolen und Aufhängungen die Tiefe.

Planungsschritt Konkrete Angabe im Plan Typischer Stolperstein
Inventar clustern Kategorien mit Maximalmaßen (z. B. Ordner, 32 cm hoch) Nur Stückzahlen ohne Maßbezug
Zugriff priorisieren Zonen: Greifhöhe, Bodennähe, Hochzone; Auszüge vs. Türen Schubladen kollidieren mit Laufwegen
Innenmaße ableiten Innenmaß = Nutzmaß + Toleranz (z. B. 5–10 mm) Plattenstärke und Beschläge nicht mitgerechnet
Außenmaße festlegen Außenmaß = Innenmaß + Korpusaufbau + Rückwand/Frontfugen Sockelleisten und Wandunebenheiten ignoriert

Traglasten und Stabilität: Wand, Boden, Beschläge und Kippsicherung

In kleinen Wohnungen werden Lasten oft konzentriert: hohe Regale, gefüllte Raumteiler oder Hochbetten mit integrierten Schränken belasten punktuell Boden und Wand. Ohne statische Detailberechnung lässt sich dennoch risikobewusst planen: Schwere Lasten nach unten, breite Aufstandsflächen, verwindungssteife Korpusse (Rückwand, Diagonalaussteifung) und kippsichere Geometrie. Bei Wandregalen bestimmt die Wandart (Vollstein, Lochstein, Porenbeton, Gipskarton) die zulässige Befestigung; Universaldübel sind dafür nicht automatisch geeignet.

Bei Mietwohnungen sollte ein Fokus auf reversiblen Maßnahmen liegen: Klemm- oder Stützsysteme, stehende Regale mit Kippsicherung, Auflager auf Boden statt reine Wandhängung, sowie Lastverteilung über größere Platten. Für Hochbetten sind zusätzliche Sicherheitsaspekte einzuplanen: Geländerhöhe, Leiterwinkel, und eine Konstruktion, die nicht schwingt. Schubkästen unter dem Bett benötigen einen steifen Boden und ausreichend dimensionierte Rollen; kleine Rollen versagen schneller auf weichen Belägen und erhöhen den Schiebewiderstand.

  • Wandtyp klären: Durch Klopftest, Steckdosenblick (Bohrmehl/Untergrund) oder Dokumentation; Befestiger nach Untergrund wählen und Herstellerangaben zu Bohrdurchmesser und Setztiefe beachten.
  • Kippsicherung vorsehen: Hohe Möbel entweder breit genug auslegen oder oben sichern; bei freistehenden Raumteilern eine ausreichend tiefe Basis oder eine verdeckte Bodenplatte einplanen.
  • Lastpfade planen: Schwere Inhalte nach unten; bei Regalen Tragbodenabstände so wählen, dass Durchbiegung gering bleibt (zusätzliche Mittelwände oder stärkere Böden statt nur längerer Böden).
  • Beschläge realistisch auswählen: Für Auszüge die Nennlast der Führung und die Korpusbreite berücksichtigen; bei Rollen die Tragfähigkeit pro Rolle und den Bodenbelag (Teppich, Vinyl, Dielenfugen) einrechnen.

Mietbedingungen und Baupraxis: Genehmigungen, Rückbau, Schallschutz

Mietrechtlich heikel sind Eingriffe in die Substanz: großflächige Verklebungen, Bohrungen in Fliesen, Eingriffe an tragenden Bauteilen, Durchdringungen von Dampfsperren oder Veränderungen an Heizkörpern und Elektroinstallationen. Auch wenn kleine Dübellöcher häufig üblich sind, sollten Umfang und Ort vorab mit dem Mietvertrag und den Hausregeln abgeglichen werden. Bei Unsicherheit reduziert ein freistehender Aufbau mit punktueller Sicherung die Konfliktfläche und erleichtert den Rückbau.

Praktisch relevant ist außerdem der Schallschutz: Rollen, Klappen und Türen übertragen Geräusche in Nachbarwohnungen, besonders bei Altbauten mit Holzbalkendecken. Filzgleiter, weiche Rollenmaterialien und gedämpfte Scharniere reduzieren Körperschall. Für planbare Bauzeit und Kosten sollte die Planung bereits Verschnitt, Ersatzbeschläge und Verbrauchsmaterial einpreisen. Wer Zuschnitt im Baumarkt beauftragt, benötigt eine Schnittliste mit eindeutigem Bezugssystem (Teilnummern, Maserungsrichtung, Kantenbandseiten) und Toleranzen, damit Montagefugen nicht zum Notbehelf werden.

Prüfpunkt Vorbereitung Dokumentation
Bohrungen/Anker Bohrpunkte definieren, Leitungslage prüfen, Dübeltyp festlegen Foto der Wandstelle, Skizze mit Maßbezug
Rückbaubarkeit Stehend statt verklebt; Schraubverbindungen zugänglich halten Teileliste und Beschlagplan
Lärm/Vibration Gleiter, Dämpfer, weiche Rollen; Anschlagpunkte filzen Materialliste mit Typen (z. B. Filzstärke)
Zuschnittservice Schnittplan mit Kanten, Maserung, Toleranz (z. B. ±1 mm) Abnahmeprotokoll der Teile nach Lieferung

Raumteiler und Einbauten für Nischen: modulare Korpusse, offene Regale, Sitzbank-Truhen und Maßanpassungen

Raumteiler und Nischen-Einbauten lösen in kleinen Wohnungen oft zwei Probleme gleichzeitig: Sie strukturieren Grundrisse ohne neue Wände und schaffen Stauraum dort, wo Standardmöbel scheitern. Entscheidend ist die Konstruktion als belastbarer Korpus mit sauberer Kantenführung, präzisen Anschlüssen an Wand und Boden sowie sinnvollen Modulen, die sich bei einem Umzug demontieren lassen. Offene Regale, halbhohe Trennwände und Sitzbank-Truhen profitieren besonders von konsequenter Maßplanung und durchdachter Befestigung.

Modulare Korpusse als Raumteiler: Aufbau, Stabilität, Rückwände

Als Raumteiler funktionieren Korpusse am zuverlässigsten, wenn sie wie Küchenunterschränke gedacht werden: rechteckige Kästen mit definierter Lastabtragung über Seiten und Böden. Für sichtbare Raumteiler bieten sich beidseitig nutzbare Module an (z. B. 2×2 Würfel oder stehende Rechtecke), die mit durchgehenden Deck- und Bodenplatten zu einem Verbund verschraubt werden. Eine Rückwand ist statisch hilfreich, muss aber bei beidseitiger Nutzung ersetzt werden: durch diagonale Aussteifung, Metallwinkel oder eine mittige „Wirbelsäule“ aus einer geschlossenen Schottwand in einzelnen Modulen.

Materialseitig ist 18 mm Birke-Multiplex robust und schraubfest, 19 mm Dreischichtplatte arbeitet weniger, während beschichtete Spanplatte budgetfreundlich bleibt, aber sorgfältige Kanten benötigt. Bei offenen Raumteilern erhöht eine sichtbare Sockel- oder Fußkonstruktion (z. B. justierbare Möbelfüße mit Sockelblende) die Standfestigkeit und erleichtert den Höhenausgleich bei schiefen Böden. Kippsicherheit entsteht nicht nur durch Gewicht, sondern durch Anbindung: an Wand (wenn möglich) oder über eine breite, nach innen versetzte Sockelplatte, die als „Kipphebel“ wirkt.

  • Grundmodul (Korpus): 18 mm Platte, Korpusbreite 400–600 mm, Tiefe 250–350 mm; Böden in Nuten oder auf Bodenträgern, um spätere Umnutzung zu ermöglichen.
  • Verbindungen: Für Demontage Schraubverbinder (Konfirmat, Exzenter) oder Holzschrauben in Einschlagmuttern; für maximale Steifigkeit zusätzlich Leim in nicht demontierbaren Zonen (z. B. Sockelrahmen).
  • Aussteifung ohne Rückwand: Pro „Turm“ mindestens zwei Winkelverbände oder eine geschlossene Mittelwand; alternativ eine dünne, mittige Rückwand, die beidseitig 30–50 mm zurückspringt und als Kabelkanal dienen kann.
  • Kippsicherung: Oben verdeckte Wandanker oder Zurrwinkel; bei Mietwohnungen Lasten über Spreizdübel nur in tragfähigem Mauerwerk, in Trockenbau Hohlraumdübel nach Herstellerangabe und Lastklasse.

Offene Regale in Nischen: Aufmaß, Toleranzen, saubere Anschlüsse

Nischen sind selten rechtwinklig; deshalb entscheidet das Aufmaß über ein stimmiges Ergebnis. Sinnvoll ist ein dreifaches Messen je Ebene: oben, mittig, unten sowie vorn/hinten, um Konizität und Wölbungen zu erfassen. Für Einbauten mit Seitenwänden empfiehlt sich eine Montage mit bewusstem Einbauspiel (typisch 5–10 mm), das später mit Blenden, Schattenfugen oder Anleimern geschlossen wird. Alternativ entstehen Nischenregale als „schwebende“ Böden auf verdeckten Trägern; dabei müssen Wandqualität und Befestigungsabstände zur geplanten Beladung passen.

Bei offenen Regalen wirkt eine Schattenfuge oft präziser als ein auf Kante gepresster Abschluss: Ein durchgehender Abstand von 5–8 mm zu Wand und Decke kaschiert Unebenheiten und erlaubt Luft für eventuelle Setzungen. Wenn bündige Abschlüsse nötig sind, helfen Schablonen: Konturen der Wand auf eine dünne Platte übertragen, anpassen und dieses Negativ als Anriss für Seiten oder Blenden verwenden. Für Regalböden über 800 mm Spannweite sollten Materialstärke und Durchbiegung kalkuliert werden; als grobe Praxisregel reduzieren 25 mm Platten oder vorn angesetzte Massivholz-Anleimer (z. B. 40×20 mm) die Durchbiegung deutlich.

Bauteil / Entscheidung Praxiswert für Nischen & offene Regale Hinweis zur Ausführung
Einbauspiel 5–10 mm umlaufend Später mit Blenden oder Schattenfuge kaschieren; Montage wird stressfrei.
Schattenfuge 5–8 mm Optisch ruhig, verzeiht krumme Wände; gleichmäßige Distanzklötze verwenden.
Regalböden Spannweite bis ca. 800 mm bei 18 mm Platte Bei mehr Spannweite Anleimer, stärkere Platte oder Mittelstütze einplanen.
Befestigung „schwebend“ Verdeckte Träger / Schienen Tragfähigkeit hängt stark vom Wandaufbau ab; Schraubenlänge und Dübeltyp passend wählen.

Sitzbank-Truhen: Lasten, Deckelmechanik, Belüftung und Zugriff

Sitzbank-Truhen verbinden Stauraum mit einer belastbaren Sitzfläche und eignen sich für Flure, Fensterbereiche und Essnischen. Konstruktiv zählt eine stabile Kastenform mit durchgehendem Bodenrahmen; punktuelle Füße führen bei unebenem Boden schneller zu Knarzen. Die Sitzfläche sollte als Deckel entweder abnehmbar oder über Scharniere mit Öffnungsbegrenzung geführt werden. Gasdruckfedern erleichtern die Bedienung, sind aber nur sinnvoll, wenn Gewicht und Einbaulage exakt zum Beschlag passen. In engen Räumen ist ein nach vorn aufklappender Deckel oft praktischer als ein nach hinten öffnender, weil Wandabstände entfallen.

Für Textilien und Schuhe empfiehlt sich eine einfache Belüftung: rückseitige Lüftungsschlitze oder ein 10–15 mm Abstand zur Wand verhindern Staufeuchte. Bei Sitzpolstern funktionieren Klettbänder oder Antirutschmatten als wartungsarme Fixierung. Innen reduzieren herausnehmbare Boxen und eine niedrige Trennwand das Chaos; besonders im Flur bewährt sich eine Aufteilung nach Zugriffshäufigkeit, damit häufig genutzte Gegenstände nicht unter selten Genutztem verschwinden.

  • Tragstruktur: Seitenteile und Front als tragende Wangen; Sitzplatte quer zur Hauptspannweite, bei Breiten >1000 mm Mittelsteg oder Querzarge vorsehen.
  • Deckel-Beschläge: Klavierband oder Topfscharniere mit Öffnungswinkelbegrenzung; Fingerklemmschutz durch Deckelstütze oder Dämpfer, Schließspiel sauber einstellen.
  • Belüftung: Rücksprung zur Wand 10–15 mm oder Lüftungsöffnungen in Rückwand/Seiten; bei Schuhen zusätzlich herausnehmbare, abwischbare Innenwanne erwägen.
  • Oberflächen: Im Eingangsbereich robuste Beschichtung oder Lack; Kanten mit Umleimer oder Massivholzleiste gegen Stöße schützen.

Maßanpassungen und Montage: Ausgleich, Blenden, sichere Befestigung

Einbauten wirken nur dann „wie geplant“, wenn Ausgleich und Befestigung systematisch gelöst werden. Bei Bodenunebenheiten ist ein nivellierbarer Sockel (Möbelfüße oder durchgehender Rahmen mit Keilen) präziser als Unterlegen einzelner Ecken. Wandanschlüsse gelingen mit Blenden, die auf Gehrung oder stumpf gesetzt werden; eine dünne Schattenfuge vermeidet sichtbare Spachtelarbeiten. Für die Montage empfiehlt sich ein trockener Probelauf: Korpus ohne Blenden stellen, ausrichten, fixieren, danach erst Verkleidungen montieren.

Bei Raumteilern ist die Befestigungsstrategie früh zu entscheiden, weil sie die Modulteilung beeinflusst. Häufig funktioniert eine Kombination aus verdeckter Wandverschraubung an einer Seite und einer breiten Standfläche am Boden. In Mietwohnungen sollte die Anzahl der Bohrpunkte minimiert werden; dafür lohnt eine durchgehende Wandanschlussleiste, die Lasten verteilt und gleichzeitig eine saubere Fuge herstellt.

Zeit- und Kostenkalkulation: typische Größenordnungen pro Projekt

Die Kalkulation hängt stark von Plattenmaterial, Kantenbearbeitung und Beschlägen ab. Zuschnitt im Baumarkt reduziert Werkzeugbedarf, setzt aber exakte Stücklisten und Kantenplanung voraus. Wer selbst zuschneidet, gewinnt Flexibilität bei Schablonen und Feinanpassung, braucht jedoch eine saubere Führung (Schiene) und Zeit für Kanten. Die folgenden Größenordnungen beziehen sich auf gängige Maße in kleinen Wohnungen und enthalten Material plus Standardbeschläge, jedoch keine Sonderausstattung wie akustische Paneele oder integrierte Beleuchtung.

Projekt (typische Abmessung) Materialkosten (ca.) Zeitbedarf (ca.)
Modularer Raumteiler (B 1200 × H 1800 × T 300 mm, 4–6 Module) 180–420 € 6–12 h (inkl. Ausrichten, Befestigen)
Nischenregal offen (B 900 × H 2400 × T 250 mm, 5 Böden) 120–320 € 5–10 h (Schablonieren kann dominieren)
Sitzbank-Truhe (B 1200 × H 450 × T 400 mm, mit Deckelbeschlag) 90–280 € 4–8 h

Planungszeit sollte separat berücksichtigt werden, besonders bei Nischen: Eine Stunde zusätzlich für ein sauberes Aufmaß spart meist mehrere Stunden Nacharbeit. Bei sichtbaren Raumteilern steigt der Aufwand durch Kantenqualität und Oberflächen deutlich; hier lohnt es, Kantenband und Beschläge nicht als Nebenposten zu behandeln, sondern als Teil der Gesamtoptik.

Stauraum unter und über dem Blickfeld: Unterbettkommoden, Wandregale mit sicherer Befestigung, Hängeschränke und Deckenablagen

Stauraum dort zu schaffen, wo Lauf- und Blickflächen unberührt bleiben, entlastet kleine Grundrisse besonders spürbar. Unter dem Bett und oberhalb von Tür- und Kopfzonen entstehen Flächen, die sich mit einfachen Möbelbauprojekten erschließen lassen. Entscheidend sind dabei belastbare Verbindungen, eine sichere Befestigung in der Wand beziehungsweise Decke sowie Maße, die zur tatsächlichen Nutzung passen.

Unterbettkommoden: rollbar, flach, staubarm

Unterbettkommoden funktionieren am zuverlässigsten als flache Kästen mit Rollen und Griffaussparungen. Die Kastenhöhe richtet sich nach der realen Bodenfreiheit unter dem Bettgestell; als praxisnah gilt eine Reserve von 10–15 mm, damit Rollen und Bodenunebenheiten nicht klemmen. Für textiles Gut genügt eine Innenhöhe von 120–160 mm, für Schuhe oder Werkzeug eher 180–220 mm. Materialseitig bewährt sich 12–15 mm Multiplex oder 16 mm Spanplatte/MDF; Multiplex toleriert Stöße besser und hält Schrauben in der Kante stabiler.

Konstruktiv trägt ein umlaufender Rahmen den Boden, der entweder in eine Nut gesetzt oder von unten vollflächig verschraubt wird. Für ruhigen Lauf sollten vier Rollen mit mindestens 30–40 kg Tragkraft pro Rolle gewählt werden; bei langen Kästen reduziert eine fünfte Rolle mittig die Durchbiegung. Gegen Staub hilft eine aufliegende Deckelplatte oder ein textiler Einsatz; bei häufigem Zugriff spart ein teiloffener Deckel Zeit, sollte dann aber mit einer umlaufenden Leiste als Griffkante stabilisiert werden.

  • Maßermittlung: lichte Breite unter dem Bett minus 10–15 mm; maximale Kastenhöhe minus 10–15 mm; Rollenbauhöhe in die Gesamthöhe einrechnen.
  • Zuschnitt & Verbindung: Korpus auf Gehrung oder stumpf verschraubt und verleimt; bei Span/MDF vorzubohren und zu senken, Schrauben z. B. 4,0×40.
  • Boden: 6–9 mm Sperrholz als eingeschobener Boden in Nut oder 12 mm Bodenplatte von unten verschraubt; bei schwerem Inhalt Bodenstärke erhöhen.
  • Rollenmontage: Rollenplatten mit ausreichend großen Schrauben; bei weichen Böden (Vinyl, Parkett) Rollen mit weicher Lauffläche wählen.
  • Griffe: Griffmulden fräsen oder Griffleisten aufschrauben; vorstehende Griffe vermeiden, um keine Bettkante zu beschädigen.

Wandregale: Lasten verstehen, Befestigungen korrekt wählen

Wandregale scheitern selten am Regalbrett, sondern an falscher Befestigung. Die Auswahl richtet sich nach Wandbaustoff (Vollstein, Lochstein, Porenbeton, Gipskarton auf Ständerwerk) und der erwarteten Last samt Hebelarm. Tiefe Regale erzeugen hohe Kippmomente; je tiefer das Regal, desto wichtiger sind tragfähige Konsolen oder verdeckte Träger mit ausreichender Einbindetiefe. Bei leichten Regalen über Arbeitsflächen reichen oft zwei Konsolen, bei langen Regalen erhöht eine dritte Konsole die Steifigkeit und reduziert Schwingungen.

Bei Gipskarton sind reine Hohlraumdübel für schweres Geschirr oder Bücher nur eingeschränkt geeignet. Tragfähiger wird es, wenn die Last in die Ständer eingeleitet wird: Befestigungsschrauben in Holzständer oder in Metallprofile (mit passenden Blechschrauben) setzen und Konsolen entsprechend positionieren. In Mauerwerk sollten Bohrdurchmesser, Bohrlochtiefe und Dübeltyp zusammenpassen; Lochstein erfordert Dübel, die in Hohlräumen sicher spreizen oder verknoten, und ein bohrlochschonendes Vorgehen ohne Schlag, wenn der Stein sonst ausbricht.

  • Bohrung: Bohrdurchmesser exakt zum Dübel (z. B. 8 mm Dübel → 8 mm Bohrer); Bohrloch reinigen (ausblasen/ausbürsten), damit der Dübel nicht „schwimmt“.
  • Untergrundprüfung: Klopfprobe und Probebohrung; bei Gipskarton Ständersuche mit Magnet/Ortungsgerät, idealerweise Verschraubung in tragende Profile.
  • Konsole/Träger: Tiefe des Regals an die Konsole koppeln; als Faustwert Konsole mindestens 2/3 der Regaltiefe, wenn keine verdeckten Schwerlastträger eingesetzt werden.
  • Setzreihenfolge: Erst Konsolen exakt ausrichten, dann Regalbrett befestigen; bei Langlöchern zunächst anheften, final nivellieren, dann festziehen.
  • Schwingung & Durchbiegung: Bei Spannweiten über ca. 80–100 cm Brettstärke erhöhen (z. B. 18–21 mm) oder Frontleiste/Unterzug vorsehen.

Hängeschränke und Deckenablagen: Kräfte sauber in die Tragstruktur leiten

Hängeschränke und Deckenablagen gewinnen Stauraum, verlangen aber konsequente Sicherheitsreserven. In Küchen und Fluren bieten sich Schränke oberhalb von Türen oder entlang kurzer Wandstücke an; unter Decken funktionieren schmale Ablagen für selten genutzte Gegenstände (Saisonware, Koffer). Wichtig ist eine definierte Lastabtragung: Bei Hängeschränken über eine stabile Aufhängeschiene oder Schrankaufhänger in Vollmaterial, bei Deckenablagen über Gewindestangen oder Seilabhängungen, die in tragende Deckenbereiche geführt werden.

Für Deckenmontagen ist der Deckenaufbau maßgeblich. In Stahlbeton sind geeignete Dübel und ausreichende Einbindetiefen üblich; in Holzbalkendecken zählt der direkte Anschluss an Balken. Abgehängte Decken tragen keine relevanten Lasten, solange nicht in die Rohdecke oder das Tragwerk verankert wird. Bei Mietobjekten sind Bohrungen in Decken oft eingeschränkt; dann sind hochliegende Wandlösungen oder eine Kombination aus Wandkonsole und kurzer Abhängung die pragmatischere Alternative.

Projekt Material (typisch) Zeit (realistisch) Kosten (grobe Spanne)
Unterbettkommode (ca. 70×60×18 cm) 12–15 mm Multiplex, 4–5 Rollen, Schrauben/Leim, Griffleiste 2–4 Stunden (ohne Lack) 35–90 €
Wandregal (120×25 cm) mit Konsolen 18–21 mm Platte, 2–3 Konsolen, Dübel/Schrauben 1–2,5 Stunden 25–120 €
Hängeschrank/Oberschrank (80–100 cm breit) montieren Fertige Korpusse oder Selbstbau, Aufhängeschiene, geeignete Dübel 2–5 Stunden 80–300 € (ohne Fronten nach oben offen)
Deckenablage (ca. 120×30 cm) abgehängt Platte, 4 Gewindestangen/Seile, Schwerlastbefestigung, Muttern/Unterlegscheiben 3–6 Stunden 60–200 €

Praxistipps für Sicherheit, Bedienbarkeit und Alltagstauglichkeit

Stauraum in Randzonen wird oft nur dann genutzt, wenn Zugriff und Ordnung funktionieren. Unterbettkästen profitieren von klaren Beschriftungen und einer Innenunterteilung, damit Inhalt nicht wandert. Oberhalb des Blickfelds sollte Stauraum die Bewegung nicht beeinträchtigen: Ausreichende Kopffreiheit an Laufwegen, abgerundete Kanten und eine klare Begrenzung der Tiefe reduzieren Anstoßrisiken.

  • Kantenschutz: Sichtkanten mit Umleimer oder 2–3 mm Fase/Radius; an Kopfhöhe keine scharfkantigen Metallwinkel offen lassen.
  • Revisionsfähigkeit: Befestigungspunkte so planen, dass Nachziehen möglich bleibt; bei Deckenabhängungen Kontermuttern einsetzen, damit sich nichts verstellt.
  • Lastdisziplin: Schwere Dinge in niedrige, gut zugängliche Zonen; hochliegende Ablagen für leichte, voluminöse Gegenstände (Textilien, Saisonartikel).
  • Geräusch & Abrieb: Unterbettrollen mit weicher Lauffläche; Filzgleiter an Griffleisten; bei Wandregalen Gummischeiben unter Konsolen mindern Klappern.
  • Fehlervermeidung: Vor dem Bohren Leitungen orten; bei unklarem Untergrund oder ungewöhnlichen Lasten konservativ dimensionieren und zusätzliche Befestigungspunkte vorsehen.

Platzsparende Möbel mit Doppelfunktion: Hochbett mit Stauraum, Klapptisch, Rollcontainer und robuste Beschläge (inkl. Zeit- und Kostenkalkulation)

Doppelfunktionsmöbel bündeln mehrere Nutzungen in einem Bauteil und reduzieren damit Stellfläche, Laufwege und visuelles Chaos. In kleinen Wohnungen entscheidet weniger die reine Quadratmeterzahl als die Kombination aus Zugriff, Tragfähigkeit und sauberer Kraftableitung in Wand, Boden und Beschläge. Bei den folgenden Bauideen stehen robuste, gut beschaffbare Komponenten im Vordergrund: standardisierte Scharniere, Auszüge, Rollen und Verbindungsmittel, die auch nach häufigem Klappen und Ziehen spielfrei bleiben.

Hochbett mit integriertem Stauraum: Konstruktion, Lasten, Sicherheit

Ein Hochbett schafft Grundfläche für Schreibtisch, Garderobe oder Regale und kann gleichzeitig Stauraum in Form von Schubladen, Klappen oder einem „Sockelkorpus“ aufnehmen. Für Erwachsene gelten als praxisnahe Richtwerte: Bettmaß 90×200 cm oder 140×200 cm, lichte Höhe unter der Liegefläche 140–160 cm (abhängig von Deckenhöhe), Geländerhöhe mindestens 30–35 cm über Matratzenoberkante. Der tragende Rahmen sollte auf vier Beinen stehen oder als zwei seitliche Wangen ausgeführt werden; zusätzliche Wandankerpunkte erhöhen die Aussteifung gegen Schwingen.

Stauraum lässt sich am stabilsten in einen umlaufenden Unterbau integrieren: Ein Korpus aus 18 mm Multiplex oder 19 mm Möbelbauplatte verbindet die Beine, nimmt Auszüge auf und wirkt als Schubfeld. Bei Schubladen unter einem Hochbett sind Vollauszüge mit hoher Traglast sinnvoll, weil die Schubladen tiefer ausfallen und häufig voll beladen werden. Bei Klappenfronten im Sockel sind Klappenhalter mit Dämpfung und definierter Endlage die sicherere Wahl als einfache Scharniere, da sie Finger einklemmen und unkontrolliertes Herabfallen reduzieren.

  • Holzquerschnitte (praxisnah): Rahmenriegel aus KVH 60×80 mm oder 40×80 mm (bei 90 cm Breite), Auflagerleisten für Lattenrost aus 30×50 mm, Korpuswände aus 18 mm Multiplex/Möbelbauplatte.
  • Aussteifung: Mindestens eine diagonale Aussteifung pro Längsseite (z. B. Stahlband) oder geschlossene Korpusflächen; Wandbefestigung mit Schwerlastwinkeln und geeigneten Dübeln, z. B. 8×60 mm bei Vollziegel, bei Gipskarton nur mit zugelassenen Hohlraumankern und Lastnachweis des Untergrunds.
  • Verbindungen: Holz-Holz tragend bevorzugt mit Schlossschrauben M8 plus Unterlegscheiben oder mit Bettbeschlägen; reine Spanplattenschrauben als Haupttragmittel vermeiden, da sie bei Querlast ausreißen können.
  • Absturz- und Kippgefahr: Geländer durchgehend, Leiter mit rutschhemmenden Tritten; Schubladen im Sockel mit Auszugssperre oder bewusster Schwerpunktplanung, damit nicht mehrere große Schubladen gleichzeitig als „Tritt“ herausgezogen werden.

Klapptisch an Wand oder Bettkorpus: Beschläge, Ebenheit, Kabelführung

Ein Klapptisch funktioniert zuverlässig, wenn die Last in der geöffneten Position nicht am Scharnier „hängt“, sondern über Konsolen oder Klappwinkel in die Wand abgetragen wird. Bewährt sind arretierende Klappkonsolen aus Stahl mit definierter Entriegelung; sie halten die Platte in der Waage und begrenzen Durchbiegung. Für eine dauerhafte, plane Auflage ist eine torsionssteife Platte entscheidend (z. B. 27 mm Küchenarbeitsplatte oder 18 mm Multiplex mit umlaufender Kante). Bei Montage am Hochbettkorpus kann die Tragstruktur direkt in die Seitenwand geschraubt werden; bei Wandmontage muss die Befestigung zum Untergrund passen.

Praktisch ist eine verdeckte Kabelführung: Eine 20–30 mm Kabeldurchführung in der Tischplatte plus eine schmale Kabelrinne unter der Platte verhindert, dass Leitungen beim Einklappen geknickt werden. Damit die Platte in der Senkrechten nicht klappert, helfen Magnet-Schnäpper oder ein kleiner Riegel. Kanten sollten gerundet werden (mindestens 2 mm Radius), weil Klapptische oft im Durchgangsbereich liegen.

Rollcontainer als mobiles Stauraummodul: Maße, Auszüge, Rollen

Rollcontainer sind besonders wirksam, wenn sie exakt unter Tisch oder Bett passen: 5–10 mm Luft pro Seite reichen, damit nichts schleift. Für Teppich eignen sich größere, weichere Rollen; auf Hartboden reduziert ein Gummilaufring Vibrationen. Bei Schubladen sind Teilauszüge die günstigere Variante, Vollauszüge erhöhen jedoch den Zugriff erheblich. Die Steifigkeit des Korpus steigt, wenn eine Rückwand (mindestens 8–10 mm) umlaufend in eine Nut oder Falz gesetzt wird; eine nur aufgenagelte dünne Hartfaserplatte verwindet schneller.

  • Rollenwahl: Mindestens zwei Lenkrollen mit Feststeller, z. B. Ø 50–75 mm; Tragfähigkeit pro Rolle so wählen, dass die Summe deutlich über dem Maximalgewicht liegt.
  • Schubladenauszüge: Für schwere Inhalte kugelgelagerte Vollauszüge 45 mm (typisch 30–45 kg Klasse) einplanen; seitliches Spiel beim Zuschnitt berücksichtigen (Herstellermaß, häufig ca. 12,5 mm je Seite).
  • Griffe und Fronten: Versenkte Muschelgriffe oder Griffleisten vermeiden Hängenbleiben; Frontfugen von 2 mm erleichtern Ausrichtung und verhindern Klemmen bei Quellen des Materials.

Robuste Beschläge und Verbindungsmittel: Auswahlkriterien und typische Fehler

Beschläge entscheiden über Alltagstauglichkeit. Bei klappenden und ausziehenden Teilen wirken wechselnde Lasten; minderwertige Scharniere leiern aus, dünne Winkel verbiegen, zu kurze Schrauben reißen aus. Für hohe Wechselbeanspruchung sind Metallbeschläge mit definierten Traglastangaben sinnvoll. Holzschrauben sollten ausreichend Einbindetiefe haben (Faustregel: mindestens 4–5× Schraubendurchmesser im tragenden Bauteil) und in Randnähe vorgebohrt werden, um Spalten zu vermeiden. In Spanplatten sind Einschlagmuttern oder Rampamuffen oft stabiler als wiederholtes Ein- und Ausschrauben in das Material.

  • Klapptisch-Konsolen: Arretierende Klappkonsolen aus Stahl, Befestigung mit 6–8 mm Schrauben/Dübeln passend zum Untergrund; bei großen Platten zusätzliches durchgehendes Klavierband-Scharnier statt einzelner Scharniere.
  • Bettverbindungen: Bettbeschläge oder Schlossschrauben M8 mit Unterlegscheiben; bei demontierbaren Konstruktionen Gewindeeinsätze M8 (z. B. Rampamuffen) in den Pfosten, damit die Verbindung wiederholbar bleibt.
  • Auszüge und Dämpfung: Kugelgelagerte Auszüge, bei Klappen Gasdruckdämpfer oder Klappenhalter mit Dämpfung; Soft-Close reduziert Anschlagkräfte und schont Schraubpunkte.
  • Oberflächen/Schutz: Filzgleiter an Anschlagpunkten, Kantenschutz an stark beanspruchten Kanten; bei Multiplex Kantenversiegelung (Lack/Öl) gegen Feuchteaufnahme.

Zeit- und Kostenkalkulation: realistische Spannen für drei Module

Die Kalkulation hängt stark von Holzart, Plattenqualität, Beschlagklasse und vorhandenen Maschinen ab. Die folgenden Spannen beziehen sich auf Zuschnitt nach Plan (Baumarkt oder Schreinerei), Montage im Innenraum, Standardmaße (Hochbett 90×200 cm, Klapptisch ca. 80×50 cm, Rollcontainer ca. 40×50×60 cm). Zusätzliche Kosten entstehen häufig durch Wandbefestigungsmaterial, Lack/Öl und Nachkäufe bei falsch gewählten Schraubenlängen.

Projekt Material (typisch) Kosten (Spanne) Zeitaufwand (Spanne)
Hochbett mit Sockel-Stauraum KVH/Multiplex, Bettbeschläge/Schlossschrauben, Vollauszüge, Winkel, Dübel 500–1.200 € 12–24 Std.
Klapptisch (Wand oder Korpus) Arbeitsplatte/Multiplex, Klappkonsolen, Scharnierband, Riegel/Magnet 80–250 € 2–5 Std.
Rollcontainer Möbelbauplatte/Multiplex, Auszüge, Rollen, Griffe, Rückwand 120–350 € 4–8 Std.

Für verlässliche Ergebnisse lohnt eine kurze Vorabplanung: Exakte Innenmaße (inklusive Sockelleisten, Heizkörperabständen, Türschwenkbereichen), ein konsequenter Zuschnittplan mit Kantenbelegung sowie eine Reihenfolge, die Nacharbeit minimiert. Bei Doppelfunktionsmöbeln zeigt sich die Qualität meist nicht an der Optik, sondern an spielfreien Beschlägen, sauberer Aussteifung und der Fähigkeit, Lasten ohne Knarzen und Wandern aufzunehmen.

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